Worin besteht der Unterschied zwischen gewebtem und nicht gewebtem Filtergewebe?

Gewebte und nicht gewebte Filtertücher (auch Vliesfiltertücher genannt) sind zwei zentrale Materialien im Bereich der Filtration. Ihre grundlegenden Unterschiede im Herstellungsverfahren, in der Struktur und in den Leistungseigenschaften bestimmen ihren Einsatz in verschiedenen Filtrationsszenarien. Der folgende Vergleich umfasst sechs Kernkriterien, ergänzt durch Anwendungsfälle und Auswahlempfehlungen, um Ihnen die Unterschiede zwischen den beiden Materialien vollständig zu verdeutlichen:

I. Kernunterschiede: Vergleich in 6 Hauptdimensionen

Vergleichsdimension Gewebtes Filtertuch Vliesfiltertuch
Herstellungsprozess Basierend auf dem Prinzip der „Kett- und Schussverwebung“ werden Kettfäden (längs) und Schussfäden (horizontal) mithilfe eines Webstuhls (z. B. eines Luftdüsenwebstuhls oder Greiferwebstuhls) in einem bestimmten Muster (Leinwandbindung, Köperbindung, Satinbindung usw.) miteinander verwebt. Dies wird als „Weberei“ bezeichnet. Spinnen oder Weben ist nicht erforderlich: Die Fasern (Stapel- oder Filamentfasern) werden direkt in einem zweistufigen Verfahren gebildet: Vliesbildung und Vliesverfestigung. Zu den Vliesverfestigungsverfahren gehören thermisches und chemisches Binden, Vernadelung und Wasserdampfverfestigung, wodurch ein Vliesstoff entsteht.
Strukturmorphologie 1. Regelmäßige Struktur: Kett- und Schussfäden sind miteinander verwebt und bilden eine klare, gitterartige Struktur mit gleichmäßiger Porengröße und -verteilung.

2. Klare Festigkeitsrichtung: Die Kettfestigkeit (Längsfestigkeit) ist im Allgemeinen höher als die Schussfestigkeit (Querfestigkeit).

3. Die Oberfläche ist relativ glatt, ohne dass ein nennenswertes Faservolumen erkennbar ist.

11. Zufällige Struktur: Die Fasern sind ungeordnet oder halbzufällig angeordnet und bilden eine dreidimensionale, flauschige, poröse Struktur mit einer breiten Porengrößenverteilung.

2. Isotropische Festigkeit: Keine signifikanten Unterschiede in Kett- und Schussrichtung. Die Festigkeit wird durch das Verbindungsverfahren bestimmt (z. B. ist nadelvliesverfestigtes Gewebe fester als thermisch verfestigtes Gewebe).

3. Die Oberfläche besteht hauptsächlich aus einer flauschigen Faserschicht, wobei die Dicke der Filterschicht flexibel angepasst werden kann.

Filtrationsleistung 1. Hohe Präzision und Kontrollierbarkeit: Die Maschenweite ist fest und eignet sich zum Filtern von Feststoffpartikeln einer bestimmten Größe (z. B. 5-100 μm);

2. Geringe Primärfiltrationseffizienz: Durch die Maschenöffnungen können winzige Partikel leicht eindringen, sodass sich zunächst ein „Filterkuchen“ bilden muss, bevor die Effizienz verbessert werden kann;

3. Gute Entfernbarkeit des Filterkuchens: Die Oberfläche ist glatt und der Filterkuchen (fester Rückstand) nach der Filtration lässt sich leicht ablösen, was die Reinigung und Regeneration erleichtert.

1. Hohe Primärfiltrationseffizienz: Die dreidimensionale poröse Struktur fängt direkt kleinste Partikel (z. B. 0,1-10 μm) ab, ohne auf Filterkuchen angewiesen zu sein;

2. Schlechte Präzisionsstabilität: Breite Porengrößenverteilung, schwächer als Gewebe bei der Siebung bestimmter Partikelgrößen;

3. Hohe Staubaufnahmekapazität: Die flauschige Struktur kann mehr Verunreinigungen aufnehmen, jedoch setzt sich der Filterkuchen leicht in den Faserzwischenräumen fest, was die Reinigung und Regeneration erschwert.

Physikalische und mechanische Eigenschaften 1. Hohe Festigkeit und gute Abriebfestigkeit: Die ineinandergreifende Kett- und Schussstruktur ist stabil, dehnungs- und abriebfest und hat eine lange Lebensdauer (typischerweise Monate bis Jahre);

2. Gute Dimensionsstabilität: Es widersteht Verformungen unter hohen Temperaturen und hohem Druck und eignet sich daher für den Dauerbetrieb;

3. Geringe Luftdurchlässigkeit: Die dichte, ineinandergreifende Struktur führt zu einer relativ geringen Gas-/Flüssigkeitsdurchlässigkeit (Luftvolumen).

1. Geringe Festigkeit und schlechte Abriebfestigkeit: Die Fasern sind auf Bindungen oder Verhedderungen angewiesen, um sich zu halten, wodurch sie mit der Zeit bruchgefährdet sind und eine kurze Lebensdauer (typischerweise Tage bis Monate) zur Folge haben.

2. Schlechte Dimensionsstabilität: Thermisch gebundene Gewebe neigen dazu, bei hohen Temperaturen zu schrumpfen, während chemisch gebundene Gewebe dazu neigen, sich bei Kontakt mit Lösungsmitteln zu zersetzen.

3. Hohe Luftdurchlässigkeit: Die flauschige, poröse Struktur minimiert den Strömungswiderstand und erhöht den Flüssigkeitsdurchfluss.

Kosten und Wartung 1. Hohe Anfangskosten: Der Webprozess ist komplex, insbesondere bei hochpräzisen Filtergeweben (wie z. B. Satinbindung).

2. Niedrige Wartungskosten: Waschbar und wiederverwendbar (z. B. durch Wasserwäsche und Rückspülung), daher nur seltener Austausch erforderlich.

1. Niedrige Anfangskosten: Vliesstoffe sind einfach herzustellen und bieten eine hohe Produktionseffizienz.

2. Hohe Wartungskosten: Sie neigen zu Verstopfungen, sind schwer zu regenerieren und werden oft als Einwegprodukte verwendet oder nur selten ausgetauscht, was langfristig zu hohen Verbrauchskosten führt.

Anpassungsflexibilität 1. Geringe Flexibilität: Porendurchmesser und -dicke werden primär durch die Garnstärke und die Webdichte bestimmt. Anpassungen erfordern eine Neugestaltung des Webmusters, was zeitaufwändig ist.

2. Spezielle Webarten (wie z. B. Doppelgewebe und Jacquardgewebe) können individuell angepasst werden, um bestimmte Eigenschaften (wie z. B. Dehnungsbeständigkeit) zu verbessern.

1. Hohe Flexibilität: Produkte mit unterschiedlicher Filtrationsgenauigkeit und Luftdurchlässigkeit können schnell durch Anpassung der Faserart (z. B. Polyester, Polypropylen, Glasfaser), der Vliesbefestigungsmethode und der Dicke individuell angepasst werden.

2. Kann mit anderen Materialien (z. B. Beschichtungen) kombiniert werden, um die Wasserdichtigkeit und die Antihaft-Eigenschaften zu verbessern.

 

II. Unterschiede in den Anwendungsszenarien

Aufgrund der zuvor genannten Leistungsunterschiede unterscheiden sich die beiden Anwendungen stark, wobei in erster Linie dem Prinzip „Präzision bei gewebten Stoffen, Effizienz bei Vliesstoffen“ gefolgt wird:

1. Gewebtes Filtertuch: Geeignet für „langfristige, stabile und hochpräzise Filtrationsszenarien“

● Industrielle Fest-Flüssig-Trennung: wie z. B. Platten- und Rahmenfilterpressen und Bandfilter (Filtration von Erzen und chemischen Schlämmen, die eine wiederholte Reinigung und Regeneration erfordern);

● Hochtemperatur-Rauchgasfiltration: wie z. B. Schlauchfilter in der Energie- und Stahlindustrie (erfordert Hitzebeständigkeit und Verschleißfestigkeit mit einer Lebensdauer von mindestens einem Jahr);

● Lebensmittel- und Pharmafiltration: z. B. Bierfiltration und Filtration von Extrakten traditioneller chinesischer Arzneimittel (erfordert eine feste Porengröße, um Rückstände von Verunreinigungen zu vermeiden);

2. Vliesfiltertuch: Geeignet für „kurzfristige, hocheffiziente Filtration mit geringer Präzision“

● Luftreinigung: wie z. B. Filter für Haushaltsluftreiniger und Primärfiltermedien für HLK-Systeme (erfordert hohe Staubaufnahmekapazität und geringen Widerstand);

● Einwegfiltration: z. B. Vorfiltration von Trinkwasser und Grobfiltration von chemischen Flüssigkeiten (keine Wiederverwendung erforderlich, wodurch die Wartungskosten gesenkt werden);

● Spezielle Anwendungen: z. B. medizinischer Schutz (Filtergewebe für die Innenschicht von Masken) und Autoklimaanlagenfilter (erfordert schnelle Produktion und niedrige Kosten).

III. Auswahlempfehlungen

Erstens, priorisieren Sie die "Betriebsdauer":

● Dauerbetrieb, hohe Belastungsbedingungen (z. B. 24-Stunden-Staubabsaugung in einer Fabrik) → Gewebefiltertuch wählen (lange Lebensdauer, kein häufiger Austausch);

● Bei intermittierendem Betrieb und geringer Auslastung (z. B. Kleinserienfiltration im Labor) → Vliesfiltertuch wählen (kostengünstig, leicht austauschbar).

Zweitens sollten Sie die „Filtrationsanforderungen“ berücksichtigen:

● Erfordert präzise Kontrolle der Partikelgröße (z. B. Filtration von Partikeln unter 5 μm) → Wählen Sie gewebtes Filtertuch;

● Erfordert lediglich eine "schnelle Rückhaltung von Verunreinigungen und eine Reduzierung der Trübung" (z. B. Grobfiltration von Abwasser) → Wählen Sie ein Vliesfiltertuch.

Abschließend betrachten wir das „Kostenbudget“:

● Langzeitnutzung (über 1 Jahr) → Gewebtes Filtertuch wählen (hohe Anschaffungskosten, aber niedrige Gesamtbetriebskosten);

● Kurzfristige Projekte (unter 3 Monaten) → Vliesfiltertuch wählen (niedrige Anschaffungskosten, vermeidet Ressourcenverschwendung).

Gewebtes Filtertuch

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass gewebte Filtertücher eine langfristige Lösung mit hohem Investitionsaufwand und hoher Haltbarkeit darstellen, während Vliesfiltertücher eine kurzfristige Lösung mit geringen Kosten und hoher Flexibilität bieten. Es gibt keine absolute Überlegenheit oder Unterlegenheit zwischen den beiden Materialien; die Wahl sollte vielmehr auf der Grundlage der Filtrationsgenauigkeit, des Betriebszyklus und des Kostenbudgets der jeweiligen Einsatzbedingungen getroffen werden.


Veröffentlichungsdatum: 11. Oktober 2025